Was ist Fasten?
Fasten bedeutet, für einen begrenzten Zeitraum freiwillig ganz oder teilweise auf Nahrung zu verzichten. Aus einem früher notwendigen Verzicht wird dadurch eine bewusst gewählte Auszeit.
So selbstverständlich Essen für viele von uns heute verfügbar ist, war das über einen großen Teil der Menschheitsgeschichte nicht der Fall. Unsere Vorfahren lebten in einer Umgebung, in der sich Phasen mit Nahrung und Zeiten mit wenig oder gar keiner verfügbaren Nahrung abwechselten. Der menschliche Körper entwickelte deshalb die Fähigkeit, auch solche Zeiten zu überstehen und auf gespeicherte Energiereserven zurückzugreifen.
Später bekam Fasten eine weitere Bedeutung.
Seit Jahrtausenden findet man Fastenzeiten in unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Im Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus existieren bis heute ganz unterschiedliche Formen des freiwilligen Verzichts. Dabei ging es häufig nicht nur um Nahrung, sondern auch um Besinnung, Spiritualität, Selbstreflexion und darum, für eine bestimmte Zeit Gewohntes bewusst loszulassen.
Auch als gesundheitlich orientierte Praxis hat Fasten eine lange Geschichte. Bereits in der Antike wurde der zeitweise Verzicht auf Nahrung beschrieben. Die moderne Form des Heilfastens in Deutschland wurde später insbesondere durch den Arzt Otto Buchinger geprägt.
Heute gibt es zahlreiche Fastenformen – vom religiösen Fasten über Intervallfasten bis hin zu mehrtägigen begleiteten Fastenprogrammen.
Bei Glow von innen sprechen wir von einer zeitlich klar begrenzten und begleiteten Fastenzeit: fünf Tage ohne feste Nahrung, eingebettet in Entlastungstage, Fastenbrechen und eine bewusste Aufbauphase.
Und genau darin liegt für mich ein entscheidender Unterschied zu den Hungerperioden unserer Vorfahren: Wir können heute bewusst entscheiden zu fasten.
Wir können uns vorbereiten, den richtigen Zeitpunkt wählen, uns begleiten lassen und das Fasten jederzeit verantwortungsvoll beenden.
Warum Fasten so besonders ist?
Unser Körper ist darauf vorbereitet, nicht ständig Nahrung aufnehmen zu müssen. Sondern zu einer bewusst gewählten Reise – mit Zeit für den Körper, für die eigenen Gewohnheiten und vor allem für sich selbst.
Wenn über einen längeren Zeitraum keine feste Nahrung zugeführt wird, verändert sich die Energieversorgung. Zunächst greift der Körper auf seine gespeicherten Kohlenhydratreserven zurück. Mit zunehmender Fastendauer werden Fettreserven stärker zur Energiegewinnung herangezogen und es entstehen vermehrt sogenannte Ketonkörper.
Dein Stoffwechsel wechselt die Energiequelle
Der Körper nutzt nach und nach weniger verfügbare Energie aus Nahrung und stärker seine gespeicherten Reserven.
Deine Verdauung bekommt eine Pause
Für einige Tage entfällt die ständige Verarbeitung fester Mahlzeiten. Viele empfinden genau diese Unterbrechung als angenehm und entlastend.
Blutzucker und Insulin bekommen eine andere Dynamik
Ohne regelmäßige Mahlzeiten entstehen keine ständigen Blutzuckerspitzen durch Essen. Dadurch verändert sich auch die Insulinausschüttung – ein Prozess, der für unseren Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt.
Genau diese Anpassung macht Fasten auch für die Wissenschaft interessant.
Studien zeigen, dass unterschiedliche Formen des Fastens unter bestimmten Bedingungen beispielsweise Stoffwechselparameter wie Blutzuckerregulation, Blutdruck, Blutfette und weitere kardiometabolische Marker günstig beeinflussen können. Welche Veränderungen auftreten und wie relevant sie langfristig sind, hängt jedoch stark von Fastenform, Dauer, Ausgangssituation und der einzelnen Person ab.
Fasten ist deshalb kein Wundermittel. Es ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch Bewegung, Schlaf oder eine medizinische Behandlung. Und Fasten ist vor allem nicht für jeden Menschen geeignet.
Bei bestimmten Erkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder Stillzeit und weiteren gesundheitlichen Besonderheiten kann Fasten ungeeignet sein oder eine vorherige ärztliche Abklärung notwendig machen. Die genauen Hinweise dazu findest du weiter unten im FAQ.